Heinrich Müller

geboren am 5. März 1838  in Harscheid
gestorben am 13. April 1900  in Elberfeld
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Als  sie sich aber mit diesem Wunsch ihrem Vater mitteilte, stieß sie an die Grenzen der Fortschrittlichkeit dieses sonst so erstaunlich modernen Mannes, der nicht nur für alle neuen technischen Entwicklungen offen war, sondern auch für die damals gleichermaßen dramatischen sozialen Umwälzungen. So soll er sein Haus auch zu einem Forum der politischen Diskussion in Elberfeld gemacht haben, möglicherweise in Form eines der politischen Salons, wie es sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts häufiger gab, mit engen Kontakten insbesondere zur Sozialdemokratie, namhafte Intellektuelle und Politiker sollen dort verkehrt haben, so u.a. der spätere SPD-Vorsitzende August Bebel und der SPD-Gründer Wilhelm Liebknecht.

Dem­ Wunsch seiner Tochter Elly nach beruflicher Emanzipation jedoch verweigerte sich Heinrich Müller. Das habe keine seiner Töchter nötig. Selbst wenn Elly nie heiraten sollte, werde sie genug erben, um ihr Leben lang nie mehr arbeiten zu müssen. Tatsächlich war sein Vermögen bis zu diesem Zeitpunkt bereits so angewachsen, daß er jedem seiner 8 Kinder zwei der erwähnten großen Mietshäuser als Erbe versprechen konnte.
 
So­ aber hielt Elly es nach der Heirat der beiden älteren Schwestern zuhause nur noch schwer aus; bei einer der beiden Hochzeiten hatte auch sie einen Mann, nämlich ihren späteren Ehemann Max Wolf, kennengelernt, mit dem sie sich, gerade 18, nun schleunigst verlobte. Ein Jahr später heiratete sie.
 
Inzwischen hatte sie ihren 12 Jahre älteren Mann in der Körpergröße eingeholt, beide waren nun 1,70 m groß. In den ersten beiden Ehejahren wuchs sie ihm dann sogar über den Kopf! Als sie mit 21 Jahren endlich ausgewachsen war, war sie 1,80­m groß und überragte ihren Mann, darin ganz der eigenen Mutter nachschlagend, fast um Haupteslänge.

Fast ­zeitgleich mit Anna Müller verheiratete sich auch die erheblich jüngere Schwester Pauline, und zwar mit dem Juwelier Rudolf Werres.

Elly ­war nun die älteste noch im väterlichen Haushalt wohnende Tochter und fand sich plötzlich in der Rolle der hauswirtschaftlich Verantwort‧lichen wieder, einer Rolle, die ihr ganz und gar nicht behagte. Ihre Interessen lagen, damals wie später, viel mehr auf intellektuellem Gebiet. Sie wünschte sich eine Ausbildung zur Lehrerin oder ein anderes Studium, jedenfalls einen Beruf mit intellektuellem oder auch wissenschaftlichem Schwerpunkt.

Noch­im selben Jahr (1899) wie Pauline und Elly heiratete als erster von Heinrich Müllers Söhnen nun auch Emil, und zwar Frieda, die Tochter des pensionierten Lehrers Henrich Wilhelm Knapp und der von der Nahe stammenden Winzerstochter Elisabetha Lippert.
 
Dass Frieda bei der Hochzeit erst 17 Jahre alt war, stieß - so berichtete Jahrzehnte später Lene, die jüngste Schwester - bei den Geschwistern auf Unwillen und Mißfallensäußerungen ("Was will er denn mit dem jungen Ding?!"). Aber Heinrich Müller unterstützte seinen Sohn, er war auch Trauzeuge, und Emil und Frieda führten zeitlebens eine glückliche Ehe.


Kurt M. jun.

Und da lagen wohl auch die Wurzeln dafür, dass die Familie später, zu Zeiten deines Großvaters, gewisse besondere Kontakte zu den Sozialdemokraten hatte. Waren nicht sogar Bebel und Liebknecht mal bei euch?
 

Kurt Müller sen.

Die verkehrten da im Haus, bei meinem Großvater [

Bild rechts: Heinrich Müller sen

.]. Das war der alte Liebknecht, war ja nicht der Liebknecht, der nachher ermordet wurde ,es  war der Vater, der war ja Sozialdemokrat, kein Kommunist, war der ermordete Karl

Liebknacht ja zuerst auch nicht, später ist er das geworden. Erst zur Sozialdemokratie, dann zur Unabhängigen Sozialdemokratie, der Partei zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten, und ein paar Jahre später ist er ja zu den Kommunisten rübergegangen. Nein, der alte Liebknecht, der vertrat die Richtung von Bebel.
 

Herta Müller

Und die gingen zu Deinem Großvater.


Kurt Müller sen.

Zum Großvater gingen die, ja. Mein Vater kannte die nicht persönlich. Der Großvater war ja für seine Verhältnisse, als Unternehmer, ein ganz aufgeschlossener Mann, liberal aufgeschlossener Mann.
 

Herta Müller

Er hatte ja die Ziegelei, war Bauunternehmer.
 

Kurt Müller sen.


Er hatte Leute beschäftigt. Er muss ein sehr liberaler und ein sehr kluger Mann gewesen sein.

August Bebel,
SPD-Vorsitzender
1892-1913
BebelPortraet
Wilhelm Liebknecht
Mitbegründer der SPD
LiebknechtPortraet

Aus dem Gespräch mit Kurt Müller sen. (1982)

 
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Rudolf und Pauline Werres, geb. Müller
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Adressbuch Elberfeld 1898, Seilerstraße

(E.=Eigentümer, der dann dahinter in Klammern gesetzt wird,
außer wenn er selbst im Haus wohnt)
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Heinrich Müller und seine Familie (6)