Famgesch
 geboren  am  29. Juni 1846  in Isselhorst 61   
gestorben am 29. Juni 1942  in Isselhorst 61
geboren am 5. Mai 1878 in Isselhorst 61
gestorben am 14. November 1958  in Isselhorst 300
s3.HornbergJohanne.52
HeitmannHeinrJugendportrNeu
 

Brief von Heinrich Heitmann an seine Mutter Johanne


 

nach seinem Besuch zu ihrem

90. Geburtstag

mit den Geburtstagsfotos ihres Enkels Herrmann Strüwer

Köln den 9 Juli 1936

 
 

Liebe Mutter!                         

 
Daß ich gut nach Gütersloh gekommen bin
 
und auf dem Bahnhofe Lina* in dem verab-
 
redeten Zuge angetroffen habe, wird Herr Jä-
 
nicke sicher bereits erzählt haben, wenn er
 
dort inzwischen gewesen ist. Wir sind dann
 
mit etwas Verspätung gut in Köln gelan-
 
det, und haben alles in bester Ordnung vor-
 
gefunden. Nur im Garten stehen die Sachen
 
nicht so, wie wir es gehofft hatten. Besonders
 
den Bohnen und Erbsen war es zu lange heiß
 
und trocken gewesen, und im Gemüse waren
 
alles falsche Herzen. Blumenkohl, Kappes, Wir-
 
sing und Rotkohl habe ich schon wieder neu
 
gepflanzt. Hoffentlich bekommen wir aus
 
diesen Pflanzen ordentliche Köpfe. Gestern haben
 
wir uns an dicken Bohnen und heute an
 
neuen Kartoffeln aus unserem Garten und Erbsen
 
und Möhren tüchtig satt gegessen. Morgen
 
wird Wirsing gefuttert, der schmeckt
   abends
 
 
noch besser wie am Mittag. Viele Johannis-
 
und Stachelbeeren gibt es aber, auch sind sie
 
gut dick geraten. Das große Leid ist aber hierbei,
 
daß die zum Einkochen noch gepflückt werden
 
müssen. Das erfordert viel Geduld, stählt aber
 
die Nerven. Heute hat uns Strüwers Herm. jr.
 
Bilder geschickt von den Aufnahmen, die er am
 
30.6. vor seiner Abfahrt nach Bohmte ge-
 
macht hat. Ein Bild stellt Dich im Stuhle sitzend
 
dar, ein Bild verkörpert auch meine Person,
 
wie ich hinter Dir am Stuhle lehne, und
 
bei einer Aufnahme ist ihm ein Schnappschuß
 
gelungen, wie ich, in jeder Hand einen Blu-
 
mentopf, auf den Blumentisch zusteuere, der
 
neben Deinem Stuhle steht. Alle Bilder sind sehr
 
gut geraten. Herm. will noch mehr entwickeln
 
lassen und auch Dir welche schicken. Ich würde
 
Dir diese schon zur Ansicht mitschicken, aber am
 
Sonntag kommt die Herta**, und der möchten
 
wir sie auch gerne zeigen. Für heute wüßte
 
ich keine besonderen Neuigkeiten und schließe
 
ich mit vielen Grüßen an Dich u. alle im Brakenhause.
 
Heinrich u. Karoline

Brief an Mutter 1936 S1Neu8 Kopie 2
Brief an Mutter 1936 S2 Mod9
Oben: Leider existiert wohl nur noch diese sehr unscharfe Kopie des Briefes, dessen Original um 2005 im Brakenhaus auftauchte, aber
dort auch bald darauf wieder verschwand.

* Heinrichs Frau

Lina, geb.Darm

, hatte sehr wahrscheinlich, während Heinrich nach der Feier des 90. Geburtstags seiner Mutter noch in Isselhorst geblieben war, ihre in Hannover lebende Schwester Sofie Kruse besucht. Die Eisenbahnstrecke von Hannover nach Köln führte (und führt) über Gütersloh, so dass Heinrich dort in den von Lina benutzten Zug zusteigen und zusammen mit ihr nach Köln heimfahren konnte. Es bleibt unklar, warum sie im Brief "Karoline" genannt wird (sie ist "Lina" getauft). Es ist aber unwahrscheinlich, dass hier eine andere, "echte" (als solche getaufte) Karoline gemeint ist, nämlich Heinrichs jüngste Schwester. Vielmehr hat es evtl. damit zu tun, dass Lina mit ihrem eigenen Vornamen fremdelte und sich einen anderen wünschte, lange Zeit "Luzie", aber evtl. auch als Neuinterpretation ihres tatsächlichen Vornamens Lina: Karoline.

HornbergJHeitmannH19360630BKks
HeitmannHeinrich19360630Ks

Unten: Der im Brief erwähnte "Schnappschuss"
(Heinrich Heitmann am Tag nach
dem 90.Geburtstag seiner Mutter
auf dem Gelände des Brakenhauses)

HornbergJHeitmannH19360630Ks

Heinrich Heitmann mit seiner Mutter
Johanne Heitmann, geb. Hornberg,
am Tag nach ihrem 90.Geburtstag
(im Hintergrund das Haus
der Familie Poggenklaß)

** Heinrichs Tochter

Herta

, die in Mönchengladbach/Rheydt beim Arbeitsamt beschäftigt war und wohl zum Wochenende ihre Eltern besuchen kam (die in Köln in der Rheydter Str.1 wohnten...)

s25.1928.StruewerHermJr.191

der vorher bei der berittenen Polizei Wuppertal (s.Bild oben an Pfingstmontag 1928) und nun in Bohmte diente
(nach dem Krieg Kommissar in Lingen).

Alle Bilder auf dieser
Seite (siehe auch
ganz unten)
stammen, wie im
Brief erwähnt, von
Heinrichs Neffen
Hermann Strüwer jr.,

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