Famgesch
 geboren  am  29. Juni 1846  in Isselhorst 61
gestorben am 29. Juni 1942  in Isselhorst 61
s3.HornbergJohanne.52
©   Kurt Müller 2022
 

Friedrich Ottensmann, Johanne Hornbergs Stiefvater:

 

Rechts:
Friedrich Niedieks Enkel,
Sohn von Heinrich Niediek,
dem Miterfinder der

Drill- oder Sämaschine

,
diente von ca.1900 an zusammen mit Johanne Hornbergs Sohn

Heinrich Heitmann

als Soldat in Metz.

NiediekSohnPrtrt2
Isselhorst60.InDenBraken37.360

Unten: Haus Isselhorst Nr. 60 im 20. Jahrhundert (heute: In den Braken 37)

Isselhorst60.Deelentorbalken.800

Johann Henrich Baumann  jetzo Ottensmann, und Anna Maria Elisabeth Ottensmann haben dieses Haus mit Gottes Hilfe und Segen, durch saure Mühe Anno 1807 bauen und
den 16ten September aufrichten laßen.                                             M:J:H: Meisensch:

Die Familien Ottensmann und Niediek

1880.Braken.exz.500

Nr. 61

Nr. 60

Rechts: die Anwesen Isselhorst Nr. 60 und Nr. 61 auf einer Karte von 1880 (die Hausnummern - in rot - wurden später hinzugefügt, daher sind auch einige erst viel später gebaute Häuser hier aufgeführt)

Es gibt lediglich eine Art  "Stammmutter", Anna Catharina, verheiratete Wix, *1696, als früheste Vorfahrin mit dem Zusatz "genannt Ottensmann", bei der alle Ottensmann Linien zusammenlaufen, bevor beim Blick in die fernere Vergangenheit die Spuren sich verlieren.
 
Anna Catharina Wix hatte eine gleichnamige Tochter, *1723, die zweimal verheiratet war. An beide Ehemänner gab sie - ähnlich wie später etliche weitere Ottensmann genannte Nachfahrinnen - auch das Attribut "genannt Ottensmann" weiter. Über die Nachkommen des zweiten, Frans Henrich Graute Cord genannt Ottensmann aus Holtkamp, ist viel bei Reinhard Ottensmann zu erfahren; sie stehen aber in keiner Beziehung zu Johanne Hornberg. Um so mehr die des ersten, Georg Henrich Brinkmann. Dieser, ebenfalls Ottensmann genannt, war der Vater von Johann Friderich Brinkmann genannt Ottensmann. Dessen älteste Tochter Maria Elisabeth, *1776, genannt Ottensmann (s.o., Taufeintrag), heiratete Johann Henrich Baumann, "jetzo Ottensmann" (s.u.), und baute mit ihm im Jahr 1807 das Haus Isselhorst Nr. 60, das Nachbarhaus des Brakenhauses, wie aus der unten abgebildeten Torbalken-Inschrift hervorgeht. Aus dieser Ehe überlebte nur die älteste Tochter das Kleinstkindalter, steht jedoch in keiner Beziehung zu Johanne Heitmann.

17890124.BrinckmannAnnaMariaElisabeth.Geburt.1100
18660104.GentrupAnnaMariaElisabeth.Tod.1100
18181009.Gentrup-Ottensmann.Heirat.1100

Die Verbindung zwischen Johanne Hornberg und der Familie Ottensmann entstand durch die Heirat ihrer verwitweten Mutter Hanne Wilhelmine Henriette Hornberg geb.Kosfeld mit Friedrich Ottensmann, mit vollständigem, offiziellem Namen Johann

Friedrich

Philipp Gentrup, genannt Ottensmann. Der einzige zumindest im mündlichen Kontakt genutzte Name war jedoch Ottensmann; er erhielt ihn - wie schon sein Vater - durch seine Mutter Anna Maria Elisabeth Brinkmann gen. Ottensmann, Tochter der Anna Margaretha Ilsabein Ordelheide und des Johann Friderich Brinkmann, ebenfalls genannt Ottensmann.

1851 Heirat Ottensmann-Koesfeld.1100

Oben: Am 29. Oktober 1851 heiratete Johanne Hornbergs Mutter Hanne Wilhelmine Henriette, geb. Kosfeld, verwitw. Hornberg, den Schneider und  Nachbarssohn aus Isselhorst Haus Nr.

f

60, Friedrich Ottensmann (Eintrag im Isselhorster Kirchnbuch).

Die Geschichte des Namens "Ottensmann" bietet in der Tat Stoff für umfassende  Verwirrung. Einen guten Überblick über die Ursprünge und Schicksale der weitverzweigten Ottensmann-Sippe und die Namens-geschichte gibt die Website von Reinhard Ottensmann

"www.familie-ottensmann.de

". Weitere Details über denjenigen Teil der Isselhorster Ottensmanns, der sich im Haus Isselhorst 60, dem Nachbarhaus des "Brakenhauses", ansiedelte, finden sich im Bericht von Kerker & Plöger* (s.u.).
 
Der Familienname Ottensmann stellt jedenfalls­offenbar einen der seltenen Fälle dar, in denen das Attribut "genannt" keine historische Aufklärung findet. Auch die älteste bekannte Generation von Ottensmanns heißt so nur in Verbindung mit diesem Attribut, das - um die Verwirrung zu steigern - immer wieder mal patrilinear, mal matrilinear weitergegeben wurde, bevor "Ottens- mann" am Ende des 19. Jahrhunderts schließlich doch ein ganz "normaler", patrilinear weitergegebener Familienname wurde.

Oben: Taufeintrag von Anna Maria Brinkmann genannt Ottensmann. Unten: Der ihres 2.Mannes J.H.Gentrup in Dornberg

Nach dem Tod seiner Frau Maria Elisabeth (Brinkmann gen. Ottensmann) heiratete Baumann, weiterhin genannt Ottensmann, noch im selben Jahr (1812) deren jüngste Schwester,

Anna

Maria Elisabeth Brinkmann (*1789, s.u.), ebenfalls genannt Ottensmann. Dieser Ehe entstammte u.a. Anna Maria Elisabeth Ottensmann (jun., geb. 1814). Sie blieb ihr Leben lang in dem von ihrem Vater mit ihrer Tante gebauten Haus Isselhorst Nr.

f

60 und heiratete 1836 Friedrich Niediek, der zu ihr zog und 1866 dort Erbpächter wurde. Sie war die Mutter von Heinrich Niediek, mit dem zusammen Johanne Hornbergs Ehemann

Wilhelm Heitmann

in den letzten Jahren des 19.Jahrhunderts die berühmt gewordene

Drill- oder Sämaschine

konstruierte.

* Das Brakenhaus und seine Besitzer. Aus der Geschichte einer Erbpachtstätte, von Gisela Kerker

und

Renate Plöger

Gütersloh 2016,

Der Isselhorster

;  März 2016; Ausgabe 137, Seite 20-25   (Hrsg.:

Heimatverein Isselhorst

)

Gentrup senior übernahm auch die Erbpächterschaft des Anwesens Nr.

f

60. Nach seinem Tod (1850), ging diese jedoch nicht an einen seiner Söhne über, sondern ab 1858 an die beiden überlebenden Nachkommen aus zweiter Ehe des Hauserbauers Baumann gen. Ottensmann, und zwar zunächst an dessen Sohn Caspar Heinrich Ottensmann, *1817 (verheiratet mit Henrietta Wiethüchter, 1821- 1864), der vorher hier schon als Heuerling gearbeitet hatte, und ab 1866 an den schon erwähnten Mann seiner Tochter Anna Maria Elisabeth, Friedrich Niediek, der mit seiner Familie ebenfalls schon lange hier lebte (nicht zu verwechseln mit Philipp Niediek, der mit der Halbschwester von Friedrichs Frau, der Gentrup-Tochter Hanne Cathrine Ottensmann in Ummeln lebte).
.

Unten: Auszug aus dem Isselhorster Kirchenbuch. Sterbeeintrag von Anna Maria Elisabeth Gentrup, geb. Brinkmann, verwitw. Baumann, genannt Ottensmann, der Mutter von Johanne Hornbergs Stiefvater Friedrich Ottensmann. Ihr war - anders als ihrer ältesten Schwester - das damals seltene Glück beschieden, nicht nur das relativ betagte Alter von fast 76 Jahren zu erreichen, sondern auch das Erwachsenwerden von sieben Kindern und das Aufwachsen vieler Enkel erleben zu dürfen.

Oben: Heiratseintrag von J.H.Gentrup und Anna Maria Elisabeth Ottensmann. Gentrup wird hier "Leibzüchter- Sohn" genannt. Als "Leibzüchter" wurden Bauern im Ruhestand bezeichnet, die relativ wohlhabend waren, ein Altenteil bewohnten und deren Leben durch eine Art Naturalien-Rente abgesichert war.

18200324.OttensmannFriedrich.Geburt.KiBu-Original.1096

Friedrich Ottensmanns gesamtes Leben lang herrschte um seinen Geburtsnamen (Gentrup) offenbar beträchtliche Verwirrung. Von der Wiege bis zur Bahre wird ihm in den wichtigsten Kirchenbucheinträgen hartnäckig der (falsche) Familienname "Jerrentrup" zugewiesen. Es begann in der Urschrift seines Taufeintrages (s.u.) mit der Verwechslung von Gentrup und Jerntrup, die vermutlich auf einem "Verhörer" des Protokollanten bei der Taufe beruhte: "Gentrup" klingt, in einer häufigen Variante mundartlicher Aussprache des "G", wie "Jentrup", was vom Protokollanten offenbar als "Jerntrup" interpretiert wurde, also als Kurzversion des im Vergleich mit "Gentrup" tatsächlich viel häufigeren Familiennamens Jerrentrup, der dann in späteren Übertragungen regelmäßig voll ausgeschrieben verwendet wurde.

Der massive Fehler bei der Namenszuweisung wurde vermutlich deshalb nicht bemerkt, weil der offizielle Name im Alltag keinerlei Rolle spielte; hier war Friedrichs Name aussschließlich: Ottensmann. Es erleichterte die Verwechslung vielleicht auch, dass "Gentrup" kein Isselhorster Name war. Friedrich Ottensmanns Vater J.H.Gentrup war ein Zugereister von der anderen Seite des  Teutoburger Waldes, aus dem Kirchspiel Dornberg (heute ein Stadtteil von Bielefeld), und wie der Zufall es wollte, gab es in der Tat keine 5 km entfernt vom Hof der Gentrups in Hoberge 3 (heute Poetenweg 70, Bielefeld) auch einen Hof Jerrentrup (heute Kampheide 8, Bielefeld, damals in Schöttringhausen, das teilweise auch zu Dornberg gehört hat, überwiegend aber zu Werther). Alle Zutaten für nachhaltige Verwirrung um die Namen Gentrup / Jerrentrup waren also vorhanden.

1872.OttensmannFriedrich.Tod 1100
17921022.GentrupJH.Geburt.o.Taufe.Dornberg.578

Oben: Sterbeeintrag von Johanne Hornbergs Stiefvater Friedrich Ottensmann geb. Gentrup, der auch hier immer noch konsequent als "Jerrentrup" bezeichnet wird.

Rechts: im Sterbeeintrag von Friedrichs Vaters (1850, Ausschnitt) wird dessen tatsächlicher offizieller Name verwendet.

17920917.GentrupJohannHeinrich.Geburt

Aber auch Johann Henrich Baumann gen. Ottensmann starb relativ jung, nämlich schon drei Jahre nach der Geburt seiner o.g. Tochter aus 2.Ehe (1817). Baumanns junge Witwe Anna Margaretha geb. Brinkmann gen. Ottensmann verheiratete sich bereits ein Jahr später (1818) erneut, und zwar mit Johann Heinrich Gentrup aus Hoberge 3 im Kirchspiel Dornberg, nun ebenfalls genannt Ottensmann.

Gentrups Ehe mit Anna Maria Elisabeth Ottensmann entstammten drei Kinder. Der Älteste von ihnen, Johann Friedrich Philipp Gentrup genannt Ottensmann, wurde nicht  nur Johanne Hornbergs Stiefvater, sondern auch der Vater ihres Halbbruders

Heinrich Ottensmann

, dessen

Töchter

später ihre Pflegekinder wurden.

Unten: Entsprechend wird auch in Friedrichs Taufeintrag sein Großvater als "Leibzüchter" bezeichnet, also als  Altenteiler.

Anna Maria Elisabeth
Gentrup gb.­Brinkmann,
genannt Ottensmann

T.R. 1789, 25.
Gb. 24. Jan. 1789

Witwe des am
4. Sept. 1850 gest.

Johann Heinr.Gentrup


gen. Ottensmann,

Isselhorst 60


Todt.R.1850, 47
Cop.R.1818, 15

75 11 10

Sieben major

enne


Kinder

Vierten Januar


(4.Jan

uar

)

Abends


sieben


(7)

Alters

schwäche

Ohne


ärztl.Hülfe

7.Januar
Mit
ärztl.
Erlaubniß

Isselhorst

2.   2.

Johanne Hornberg und die Familie Ottensmann (1)

Unten: Deelentorbalken von 1807 (Haus Isselhorst Nr. 60)

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