Kurt Müller sen.

Na, ich kam aber aufgrund dieser Sache, dass ich zumindest in den Stahlhelm bzw. dadurch  in die SA reinkam, war ich annahmefähig geworden für eine behördliche Stellung, und da kam ich denn als Praktikant an das Arbeitsamt, an die Berufsberatung des Arbeitsamtes Wuppertal. Da war der Herr Messelke der Leiter der Berufsberatung, war ein älterer Berufsberater, sehr feiner Mann war das, war eine Seele von Mensch. Und überhaupt die ganze Berufsberatung war alles Andere als Nazi.
 
Ich kam da nun rein, in meiner blödsinnigen Uniform, oder wenn ich sie nicht anhatte, aber doch als... , nicht als Parteimitglied, war ich da noch nicht. Aber war sehr sehr nett und sehr sehr schön da, muss ich ehrlich sagen.
 
Ich musste mich allerdings diesem SA-Drill etwas unterwerfen, habe ich immer sehr widerwillig und mich immer wieder entschuldigend gemacht, wollte immer wieder raus. Man hatte schon gesagt... , der Sturmführer, der das dümmste Rindvieh war, was ich je kennengelernt hatte, der hatte schon gesagt, mit mir wär nix los, man sollte mich rauswerfen.
 
Und auf einmal hieß es: "Herr Müller, Sie werden vorgeschlagen, als Berufsberater sich in Mönchengladbach zu bewerben." Naja, womit ich gar nicht gerechnet hatte, also, scheinbar gab es gute Beurteilungen.  Und da hab ich mich beworben und musste mich in Mönchengladbach vorstellen.
 
Und da war in Mönchengladbach der Arbeitsamtsleiter, der Oberregierungsrat, war zufällig ein Klassenkamerad meines Freundes Kurt Breuer, auch ein  Dr.jur., dieser Oberregierungsrat, ganz strammer Nazi natürlich, aber der kannte mich nun schon, weil die Oberrealschule auch in unserer Straße lag, und der hatte nun irgendwie 'ne Vorliebe für mich und hat mich eingestellt.
 
Da war ich durch den Wechsel Gott sei Dank die SA- Geschichte los. Ich hab mich da drüben nicht mehr gemeldet, auch nicht Partei und nix mehr. Na, und da bin ich, ich weiß nicht, wie lang ich da war, das war, ich bin vielleicht 34 dahingekommen, 35, 36, 37...  Und dann lernte ich Mama da kennen, die kam auch eines Tages von Köln rüber, war die versetzt worden dahin....

s25 Kopie 2
ks
DienstvertragMGRheydtAA2ksks
AAMGaussenstelleRheydtKS
Aa_MoenchengladbachHausks

Rechts: Arbeitsamt Mönchen-Gladbach in den 30er Jahren

Links: Arbeitsamt Mönchen-Gladbach, Außenstelle Rheydt,
in den 30er Jahren

Kurt Müller

(senior)

UnterschriftGruen.jpg
geboren am 8. August 1904 in Elberfeld
gestorben am 23. Dezember 1982 in Gütersloh
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Familiengeschichte Müller - Humphreys

Gespräch aus dem Jahr 1982

 
 
Nazizeit: 1934
 
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