Kurt Müller sen.


Ja, das war 1931, 32, dann kam die Nazizeit.
 

Kurt M. jun.

Du kamst also aus Amerika zurück. Dann starb dein Vater.
 

Kurt Müller sen.

Starb mein Vater. Dann habe ich die letzten Geschäfte.., der hatte noch verschiedene Expertisen  zu machen gehabt, oft wo er nur Handzeichnungen hatte, Notizen von hatte, und die habe ich noch fix und fertig gemacht, und zwar so, als wenn mein Vater sie noch gemacht hätte, und hab denn nach dem, was er sonst berechnete, auch die Rechnungen fertig gemacht.
 

Kurt M. jun.

etwas Geld noch rausgekommen?
 

Kurt Müller sen.
J

a, und dann, ich weiß nicht, wie es war, ich hatte einen Bekannten oder wir hatten Bekannte, das waren die Dehlers, den August Dehler, der später in Gummersbach Berufsberater war, der war in Elberfeld beim Arbeitsamt als eine Art Praktikant, er war noch unbezahlter Berufsberater. Und der sagte mir, komm doch zu uns, du kannst doch sicher auch da Berufsberater werden, Du  hast doch allerlei Berufserfahrung,  warst in Amerika, hast da praktisch gearbeitet - ich hatte ja auch praktisch gearbeitet in Amerika -, du warst hier beim ... Versicherungsfach, du hast Bankfach, bist doch nicht dumm, komm doch zu uns.

Kurt M. jun.


Das war vor den Nazis?


 

Kurt Müller sen.


Doch, die Nazis waren schon da, aber ich war noch nicht in der Partei und nix usw., noch nicht in der SA .. - doch... eigentlich war es so: die Nazis waren da, und ein Unterkommen war, ohne dass man in der Partei war oder was, irgendwie unmöglich. Ich wollte aber nicht zu den Nazis, und da hab ich dann in meiner Einfalt gedacht und ohne dass ich wusste, was durch die Nazis noch alles geschah, was die vorhatten, da bin ich in den "Stahlhelm" gegangen, Treskow, Hornikow usw., und glaubte nun, da sicher zu sein vor den Nazis.


 

Kurt M. jun.


Der Stahlhelm war eine Organisation, die vor den Nazis existiert hatte, unabhängig von den Nazis....


 

Kurt Müller sen.


unabhängig von den Nazis existiert hatte. Aber es war eine nationale, nationalistische Organisation. Da bin ich reingegangen.


 
Und dann auf einmal hieß es: "Antreten!", an einem Sonntag, und denn "Marsch! Raus!", und dann wurden wer eingekeilt von SA-Kolonnen, und dann hieß es: "Der Stahlhelm wird in die SA überführt!"
 
Da war ich der unglückseligste Mann, den du dir vorstellen konntest.

Der
"Stahlhelm Bund der Frontsoldaten
"
 
gehört zu einer Reihe von paramilitärischen Verbänden und Freikorps, deren Ziele die Bekämpfung der Revolution und Verteidigung der Ostgrenze waren. Im Unterschied zu anderen Gruppen waren die Führungspositionen des Verbandes oft mit ehemaligen Offizieren des kaiserlichen Heeres und Vertreter des Adels besetzt.
Im rechten Spektrum von Parteien und Verbänden innerhalb der Weimarer Republik nahm der Stahlhelm eine Zwitterstellung ein. Formal überparteilich entsandte er doch mehr als hundert Verbandsmitglieder in den Preußischen Landtag und in den Reichstag. In die Parlamente wurden sie aber als Parteimitglieder gewählt. Eine Hälfte gehörte der systemkritischen Deutschen Nationalen Volkspartei (DNVP) und die andere der Deutschen Volkspartei (DVP) an. Letztere war eine liberale Partei und ihr Vorsitzender Gustav Stresemann gehörte zu den Stützen der Weimarer Republik. Gleichzeitig propagierten radikale Mitglieder des Stahlhelms wie Ernst Jünger in der wöchentlich erscheinenden Zeitung "Der Stahlhelm" den Sturz des Systems, das man durch eine Diktatur ersetzen wolle. Bei der Bildung des Kabinetts Hitler 1933 wurde Bundesführer Seldte mit dem Posten eines Ministers des Arbeitsministeriums belohnt, hatte allerdings keinerlei politischen Einfluss mehr. Am
21.Juni 1933
folgte die
zwangsweise
Aufnahme der 300.000 Mitglieder des "Stahlhelms" in die SA
(600.000 Mitglieder).  1935 wurde der Verband ganz aufgelöst.
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Kurt Müller

(sr.)

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geboren am 8. August 1904 in Elberfeld
gestorben am 23. Dezember 1982 in Gütersloh
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Familiengeschichte
Müller - Humphreys

Gespräch aus dem Jahr 1982

 
 
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Jahre 1932/33

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