Es ist kein Tag, daß er vor and'ren stünde:


Grau hängt des Himmels Faltenwurf ins Land,


der Acker schläft, und über Ast und Rinde


haucht Nacht und Wind ein eisiges Gewand.


 

Ein Dorf duckt leer und frierend sich im Grunde -


kein Rauch steigt hoch, kein Hund, der fernher bellt,


der Fluss steht weiß und einsam ist die Stunde;


der Schnee fällt endlos über Weg und Feld.


 

Am Horizont die weiten Wälder stehen,


sie schimmern nur wie eine matte Wand;


mit trägem Flügelschlag ziehn dunkle Krähen


und fallen schwer auf Eis und Uferrand.


 

So wachen wir in grenzenlosen Räumen -


dumpf und verhalten knirscht es unterm Fuß;


die Augen brennen wie in Fieberträumen


und irgendwo hallt noch ein später Schuß.


 

Was wissen wir von Ruhm und hohen Zielen?


Wir stehen hier, weil es das Schicksal will


und weil die Toten, die noch gestern fielen,


uns diesen Auftrag gaben, stumm und still.


 

Was wissen wir von euren heißen Sorgen,


Du liebes Bild, du zärtlich fernes Glück -


Es ist ein Tag wie gestern und wie morgen:


Nur der Befehl bringt uns zu Euch zurück.


 

28. Jan. 1943

Ein Tag wie gestern und wie morgen.

0UnterstrichGruen

28. Januar 1943

 
 
geboren am 8. August 1904 in Elberfeld
gestorben am 23. Dezember 1982 in Gütersloh
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Kurt Müller

(senior)

 
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