Familiengeschichte  Müller - Humphreys

geboren am 11. September 1909  in Metz
gestorben am 27. Oktober 1997  in Vaale
geboren am 8. August 1904 in Elberfeld
gestorben am 23. Dezember 1982 in Gütersloh
 

Herta Heitmann

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Kurt Müller

(senior)

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Kempener Wohnung der Müllers
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Blick aus der Kempener Wohnung der Müllers auf die Kirche St.Marien
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Blick aus der Kempener Wohnung der Müllers auf das Kuhtor
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Das Kuhtor im Jahr 1997

Zum 1. April 1937 wurde Kurt Müller ans Arbeitsamt Kempen/Niederrhein versetzt und zum Leiter der dortigen Berufsberatung befördert.
 
Am 4. September 1937 heirateten Herta Heitmann und Kurt Müller und bezogen die erste gemeinsame Wohnung in Kempen.
 
Die Heirat hatte zur Folge, dass Herta ihre Stelle am Arbeitsamt Gladbach- Rheydt aufgeben musste (30. Juni 1937), weil unter der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland in einer Ehe nur ein Verdiener erlaubt war, was in der Regel bedeutete, dass verheiratete Frauen keine Anstellung haben durften.

Erst nach der Aufnahme seiner Tätigkeit in Kempen stellte Kurt Müller nach und nach fest, dass das dortige Arbeitsamt die inoffizielle

Zentrale der Kempener Nationalsozialisten

bildete, mit SA- und SS-Leuten in den führenden und auch etlichen weiteren Positionen.
 
Von allen Seiten wurde hier solange Druck auf ihn ausgeübt, der Nazipartei beizutreten, bis er dem Druck nachgab. Seine Hoff- nung, jetzt in Ruhe gelassen zu werden, erfüllte sich aber nicht. Er bereute den Schritt sein Leben lang, wenn auch stets zweifelnd, hin- und hergerissen zwischen Selbstbeschuldigung ("ein Stück Feigheit") und einem teils diffusen, teils sehr konkreten Bedrohungs- gefühl. Nicht überall im Macht- bereich der Nazis galt zwar: "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns", im Kempener Arbeitsamt jedoch sehr wohl. Wenn erst in Kurts Vergangenheit und privatem Umfeld nachgeforscht worden wäre, hätte es wohl tatsächlich "

schlimm ausgehen

" können.

s41 Henkel

Aus dem Berufsleben: die Henkel-Werke in Düsseldorf

Dann verlor am 9. November 1938, am Tag der Pogromnacht, Herta Müller durch eine Fehlgeburt ihr erstes Kind. Ob irgendein Zusammenhang mit den Pogromereignissen bestand, ist zwar nicht bekannt, aber auch diese Erfahrung trug neben dem immer weiter gehenden Anpassungsdruck der Kempener Nazi-Umgebung mit dazu bei, dass Kurt Müller sich im Frühjahr 1939 nach 2 Jahren in Kempen entschloss, den Öffentlichen Dienst zu quittieren und sich beim Autobauer Ford in Köln zu bewerben.


 

Die

Bewerbung

hatte Erfolg; am 1. Mai 1939 trat er seine neue Stelle bei Ford in Köln an.

Oben: das alte Kempener Arbeitsamt in der Wiesenstraße

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