Familiengeschichte Müller - Humphreys

 
geboren  am  29. Juni 1846  in Isselhorst 61
gestorben am 29. Juni 1942  in Isselhorst 61

Johanne Hornberg

 
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©   Kurt Müller 2016
BrakenhausSept1953

Das Brakenhaus 1953

* Reinhard Ottensmann gibt auf seinen ansonsten insgesamt hervorragend recherchierten Seiten
www.familie-ottensmann.de
an, dass das Haus Isselhorst Nr.61 erst von Johanne Hornbergs sechs Jahre jüngerem
Halbbruder Johann Heinrich Ottensmann
* (geb.1852) erbaut worden sei, was bedeuten würde: weit nach 1870. Dies ist falsch, wie wir spätestens seit den Recherchen von Gisela Kerker und Renate Plöger wissen.
 
Auch der Umstand, dass das (Nachbar-)Haus Isselhorst Nr.60, das Haus von Johannes Stiefvater Johann Friedrich Philipp Ottensmann, im Jahr 1807 erbaut wurde, muss nicht bedeuten, dass die Gebäude des Anwesens Nr.61 erst danach erbaut wurden. Zu diesem Thema schreiben die
Vereinsnachrichten des
AK Familienforschung Osnabrück
in ihrem Heft 90-91 (Jan.-Juni 2013) in dem Beitrag "Die Hausnummern der Ravensbergischen Bauernhöfe"  (S.10ff) im Kap 9 ("Zeitpächter oder Heuerlinge"):
 
"Wer das ist, dürfte allgemein bekannt sein: Familien (Bauernsöhne und -Töchter, in den Städten auch Kinder von Handwerkern, Kleinkaufleuten oder Gewerbetreibenden), die es nicht zu eigenen Grundbesitz beschafft hatten. Im Laufe des 18. Jahrhunderts und besonders im 19. Jahrhundert waren sie in den meisten Bauernschaften die Mehrheit.
 
Da die Anzahl der sinnvoll einsetzbaren Knechte und Mägde in einem Bauernhaushalt natürlich begrenzt ist, wurden sie "ausquartiert". Ein leerstehendes Altenteil, eine umgebaute Scheune, ein altes, ebenfalls umgebautes Backhaus wurde für eine bestimme Zeit (ein oder mehrere Jahre) "verheuert" (vermietet). Ab dem späten 17. Jahrhundert wurden ihnen eigene Häuser gebaut, Kotten genannt. Zu diesem Anwesen gehörte auch immer ein Nutzgarten sowie ein kleiner Acker, auf dem der Mieter  Heuerling genannt - Landwirtschaft auf eigene Rechnung betrieb. Der Heuerling zahlte eine einmalige Antrittsgebühr (sog. Weinkauf) für den Kotten pro mehrere Jahre (oft 5-7) und eine jährlich fällige Miete. Die Summen waren verhältnismäßig gering, aber es gab da noch eine "Muskelhypothek". Sowohl der Heuerling als seine Frau und wohl auch die größeren Kinder mussten während der Erntezeit und auch sonst bei Bedarf dem Bauern mit ihrer Arbeitskraft gegen geringe Bezahlung zur Verfügung stehen. Da der Lebensunterhalt durch das winzige Stück Land und den geringen Lohn nicht ausreichte, waren viele Heuerlinge als angestellte Lohnweber auf kleinen und großen Höfen, oft bei ihrem Pachtbauer, tätig. Das Thema ist hochinteressant, hier soll nur soweit darauf eingegangen werden, als es das Wohnen und die Hausnummern betrifft.
 
In den kleinen Titularstädten gab es übrigens auch reine "Mieter-Heuerlinge", Handwerker oder Kleinkaufleute ohne Landwirtschaft, die keine Dienste zu leisten brauchten, dafür aber eine höhere Miete zahlen mussten. Wichtig für unser Thema ist: Heuerlinge zahlten zwar vermutlich (die Hebelisten sind nicht erhalten). tatsächlich den jährlichen Grundsteueranteil für Ihr gepachtetes Land und ihren Kotten, dieser Anteil wird jedoch als Teil der Abgabe des Hofes betrachtet. Die Colonen werden wiederholt daran erinnert, dass sie die Steuer bezahlen müssen, wenn ihr Heuerling dazu nicht in Lage ist.
 
Und die Adresse? Es gibt zunächst keine. Die Bewohner der Heuerlingskotten wurden in Zeiten, als es noch keine Hausnummern gab, also, im 17. und frühen 18 Jahrhundert, in den Kirchenbüchern und Schriftstücken meist umschrieben. "Ist hüßend Lütgert", "wohnt in Ellermanns Kotten"). Die Kotten selbst hatten oft  aber längst nicht alle  eigene Bezeichnungen, wie z.B. "Hofkotten", "Meerkotten". Die Grundsteuermutterrolle von 1830 verzeichnet diese Bezeichnungen akribisch, in den amtlichen Gebrauch sind solche Bezeichnungen aber nur selten und in die Kirchenbücher meist nur am Anfang ge- langt. Nach Vergabe der Hausnummer wurde ein im Kotten lebender Heuerling dann meist mit der Hofnummer und der Zusatzbezeichnung "bei" geführt. Ein Caspar Henrich Meier "bei Nr. 21" ist also kei- neswegs der Besitzer/Eigentümer des Hofes Nr. 21, sondern ein Heuerling, also jemand, der einen Kotten des Hofes auf Zeit gemietet hat. Fehlt das Wörtchen "bei", so haben wir es mit dem Hofeigentümer zu tun - meistens jedenfalls, denn z. B. im Mindenschen Anzeiger fehlt die Bezeichnung. Wenn der Genannte nicht ausdrücklich als Heuerling oder Colon bezeichnet wird, setzt da Rätselraten ein. Einen Ausweg aus dieser Klemme gibt es erst im späten 19. Jahrhundert, als sich die Bezeichnung mit dem Zusatzbuchstaben für Nebengebäude allmählich durchsetzte  meist aber nicht im Kirchenbuch, wo die Zusatzbuchstaben nur äußerst selten und eher spät verwendet werden."

 
und im Kap 10 ("Erbpächter"):
 
"Eine etwas unbestimmte Stellung nicht nur bei der Hausnummernvergabe haben die Erbpachtstellen. Die Erbpacht gab es schon in der frühen Neuzeit,  insbesondere für Mühlen und eine ganzen Reihe von Neusiedlerstätten des 14/16. Jahrhunderts, den sog. Erbkotten, sie hatte bis ins 17. Jahrhundert aber keine größere Bedeutung. Mit dem Aufkommen der Heuerlinge wurde sie sozusagen wiederentdeckt und verbreitete sich zwischen1780 und 1850 schnell. Die Markenteilung nach 1780 wirkte da wie ein Triebsatz. Ein Blick in die Grundbücher um 1830 zeigt, dass durchschnittlich etwa 10-20 % der vorhandenen Stätten Erbpachtstätten sind,  fast immer kleine Nebenerwerbsstätten. Die Verteilung ist aber sehr unterschiedlich. Es gab private und adelige Erbpachten und auch der Staat und die örtliche Kirchengemeinde (Wedum) traten im 18. Jahrhundert häufig als Erbpachtgeber auf  eben alle, die geeignetes Land hatten, was sie nicht selbst bewirtschafteten, manchmal sogar der Vogt. Das erklärt auch die unterschiedliche Verteilung. Da wo große Marken oder die Freiflächen adeliger Güter (Milse, Patthorst) aufgeteilt wurden und Arroden entstanden, oder wo ein sehr großer Bauer beschloss, die Eigenbewirtschaftung aufzugeben und sein Land parzellierte (Isselhorst, Hollen), konnten viel mehr Erbpachten entstehen als anderswo.
 
Die private Erbpacht unterschied sich von der Pacht der Heuerlinge (die auch Zeitpächter genannt wurden) im Wesentlichen nur dadurch, dass das Pachtverhältnis auf Dauer angelegt worden war und wie der Name schon sagt  vererbt werden konnte; der Familie des Erbpächters also mehr Sicherheit bot. Für Heuerlingspachten liegen mir nur wenige Unterlagen vor, es mag sein, dass die Verträge besonders in älteren Zeiten nur "per Handschlag" abgeschlossen wurden. Die Erbpächter hatten dagegen alle einen schriftlichen Vertrag. Es fällt auf, dass an Diensten in der Regel nur moderate 4-8 im Jahr vereinbart wurden, und auch diese meist über das Jahr verteilt. Die Heuerlinge dürften da nicht so gut davon gekommen sein, es ist in der Literatur von über 50 Diensten übers Jahr die Rede, aber bei ihnen dürfte dafür die Pacht niedriger gewesen sein. Nach den Steuerlisten des 18. Jahrhunderts zahlt bei den Erbpachten ganz offenbar noch der "Stammhof" die Steuer  zumin- dest wird sie ihm wie bei den Heuerlingen zugerechnet - und die Erbpächter stehen oft bei ihm mit der Bezeichnung "ad (zu) Nr. ..". Wenn ein adeliges Haus als Erbpachtgeber auftrat, hatten die Schreiber der Steuerlisten ein Problem, denn die Adelshäuser waren ja steuerfrei, hatten weder Steuer- noch Hausnummer und erscheinen deshalb gar nicht in den Listen. Wenn der Gutsbesitzer die Steuerfreiheit seines Gutes auf seine Erbpächter ausdehnen konnte, kommen diese in den Steuerlisten natürlich gar nicht vor. Sonst stehen sie dort oft in einem Block unter der Bezeichnung &dbquo;die Erbpächter des Hauses XX ohne Hausnummer.Gem. einer Regierungsanordnung von 1819 sollen die Erbpachtstellen eigentlich wie viel später auch die Heuerlingshäuser mit der Nummer des Ursprungshofes und einem Zusatzbuchstaben bezeichnet werden, also z.B. &dbquo;8 a. Aus einem unbekannten Grund ist es aber dazu meist nicht gekommen. Listen mit dieser Art Bezeichnung sind im 19. Jahrhundert ausgesprochen selten. Stattdessen erscheinen die damals schon existierenden Erbpachtstätten auch um 1820 im Kirchenbuch und in den staatlichen Akten wie die Heuerlinge mit der Nummer des Ursprungshofes und der Zusatzbezeichnung "bei". Ab etwa 1820/30 wurden die neuen Erbpachtstellen zunehmend wie selbständige Stätten behandelt, und erhielten bei der Errichtung sofort eine eigene Hausnummer. Bei Anwesen, die gleich als selbständige Stätten gegründet werden, kann man nach 1730 allein schon von der Hausnummer auf die Gründungszeit der Stätte schließen, da diese in zeitlicher Reihenfolge vergeben wurden. Bei Stätten, die aus einer Erbpachtstelle hervorgegangen sind, ist das zumindest für die aus dem 18. Jahrhundert nicht der Fall. Die Erbpacht wird oft älter sein, als die Hausnummer vermuten lässt."
 
Zur Geschichtee des Isselhorster Meierhofes, der ihm zugeordneten Erbpächterstellen und der Folgen für die Haus-Nummerierung ist an gleicher  Steelle zu lesen (S. 7):
"Eine Besonderheit ist auch der alte Meierhof zu Isselhorst (Familie Mumperow). Er ist personenfrei, der Hof aber nach Meyerrecht den Rietbergern zugehörig und es besteht eine Vereinbarung, dass der Hof, obwohl er - zumindest in der Neuzeit - zweifelsfrei zu Ravensberg gehört, also keine Rietbergische Exklave ist, nicht mit Abgaben belastet werden darf. Also bekommt auch er zunächst keine Kontributionsnummer. Nach 1807 ist die Grafschaft Rietberg Geschichte und Mumperow bekommt die Nr. Isselhorst 54."
s34 Kopie 4

Brakenhaus Ostern 1929:
links der Kotten von Johanne Heitmann, rechts die Schmiede und dahinter das Wohnhaus der Familie ihrer Tochter Marie Poggenklaß

Das Brakenhaus


 
 
 

Das Brakenhaus war das Haus Isselhorst Nr.61 (historische Nummerierung; heute: In den Braken 30, 33334 Gütersloh). Hier wurde

Johanne Hornberg

am 29. Juni 1846 geboren, und hier starb sie auch, an ihrem 96.Geburtstag (29. Juni 1942).

Wilhelm Heitmann

, ihr Mann, betrieb hier seine Nagelschmiede. Hier wurde als zweitjüngstes Kind des Ehepaares

Heinrich Heitmann

geboren, der Urgroßvater von Robin und Katya Müller.

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Im Haus Isselhorst Nr. 61 waren vorher auch Johanne Hornbergs Vater Friedrich Hornberg (1850, Johanne war 3 Jahre alt) und ihr Großvater Johann Henrich Hornberg (1862) gestorben.  Beide kamen aus dem - zum Kirchspiel Isselhorst gehörenden - Nachbardorf Hollen und scheinen zumindest während ihrer letzten Jahre in den Braken gelebt zu haben. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass, wie zunächst von uns angenommen, einer der beiden genannten Hornbergs jemals Erbpächter oder Eigentümer des Brakenhauses war.
 
Wir wissen jetzt, dass der Bezug der Familien Hornberg und v.a. Heitmann zu Haus und Anwesen vielmehr über Johannes Mutter zustande kam, Johanna Wilhelmina Henriette geb. Kosfeld.

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BrakenhausUm1960KSmS
Das Brakenhaus (Mitte) mit der Schmiede (links), aufgenommen um 1960 von Joachim Poggenklaß (*1948) mit einer "Agfa Clack"

Unten: Brakenhaus und Schmiede heute

(nach der wunderbaren Sanierung durch Ulrich Poggenklaß)

Unten: Lageplan des Grundstücks und der Gebäude (um 1930)

Die "Gemarkung Isselhorst 61", "Heitmann Johanne Witwe",  mit dem Kotten von Johanne Heitmann (oben), der Schmiede (links) und dem neuen Wohn- haus der Familie ihrer Tochter Marie Poggenklaß (unten), gelegen zwischen den Grundstücken von "Flöttmann, Landwirt" (links oben), "Ortmeyer Gustav, Gastwirt" (links unten) und "Schlüpmann, Richard, Gastwirt" (rechts unten).
Mumperowhandel1884Ks

Dokument von 1884:

Rechts und unten:
weitere Bilder
des Brakenhauses,
die Joachim Poggenklaß
um 1960 mit seiner
"Agfa Clack" aufnahm.

HornbergJohanneSesselKmodsN

Johanne Heitmann vor ihrem Haus
(um 1930)

BrakenhausHeute3K

Zunächst war das Anwesen jahrhundertelang Teil eines zum Isselhorster Meierhof gehörenden Geländes. Wann dieser Teil erstmalig bebaut und bewohnt wurde, wissen wir nicht;  am Ende des 18. Jahrhunderts jedenfalls bildete es eine Erbpachtstätte, zu der um diese Zeit herum noch große Felder am Haverkamp hinzutraten; wie üblich,  musste ein jährlicher Pachtzins an den Meyer von Isselhorst (ein Mitglied der heute noch den Meierhof bewohnenden Familie Mumperow) gezahlt werden.

Das Anwesen, bestand, so wie heute, auch im 19.Jahrhundert wahrscheinlich bereits aus 2 Wohngebäuden, dem heute noch stehenden "Kotten", auch "Brakenhaus" genannt (siehe Abbildungen), sowie einem Haupthaus, an der Stelle des heute ebenfalls noch stehenden Ziegelbaus vom Beginn des 20.Jahrhunderts (Isselhorst 211). Der Pachtstatus änderte sich ab 1823: in nur mündlich geschlossenen Verträgen wurde das Anwesen zunächst durch den damaligen Erbpächter quasi freigekauft, d.h. die Rechte des Meierhofs wurden abgelöst, der Erbpachtstatus beendet und ein Eigentumsrecht im modernen Sinn erworben. Im selben Jahr noch (1823) wurde das Anwesen für 350 Taler an Johann Friedrich Jostmann weiterverkauft, allerdings erstaunlicherweise ohne dass all diese Transaktionen und die Statusänderung des Anwesens zunächst aktenkundig oder publik wurden. Besiegelt wurde der offenbar jahrelang nur einer Handvoll Menschen bekannte Handel erst im Jahr 1839 durch die ehrlichen Erben der Beteiligten, die bis dahin alle verstorben waren.
 
Neue Eigentümer wurden nun eine Tochter des Käufers und ihr Ehemann Friedrich Wilhelm Kosfeld, ein Onkel von Johanne Hornberg. Seine Schwester Hanna Wilhelmine Henriette - Johannes Mutter - sowie ihr Mann Friedrich Hornberg (gest.1850 in Haus 61), ihr Schwiegervater Johann Henrich Hornberg (gest.1862 in Haus 61) und ihre kleine Tochter Johanne (geb.1846 in Haus 61) dürften zu den vielen Bewohnern gezählt haben, die zu Zeiten der Kosfelds das Anwesen bevölkert haben sollen.

**

Randnotiz: Wilhelm Heitmanns Mutter entstammte, obzwar eine geborene Reckmann, dennoch patrilinear derselben Familie  wie J.F.Jostmann, der den Familiennamen seiner Frau angenommen hatte, wie auch bereits sein Vater den Familiennamen der Mutter, Dopheide, angenommen hatte.

Als der kinder- und schuldenreiche Kosfeld, Johannes Onkel, geschlagen mit Krankheiten und Todesfällen in seiner Familie (u.a. seine drei Ehefrauen, von denen zwei Töchter des J.F.Jostmann waren), das Haus finanziell nicht mehr halten konnte, verkaufte er es Johannes neuem Stiefvater, dem zweiten Ehemann seiner inzwischen verheirateten, verwitweten und 1851 wieder verheirateten Schwester, dem Schneider und Nachbarn (Haus 60)

Johann Friedrich Philipp Ottensmann

. Beide wohnten aber offenbar weiter in den bisherigen Wohnhäusern. Nach dem Tod seiner Frau, also Johannes Mutter, im Jahr 1865, verkaufte Ottensmann beide Anwesen: das Haus Nr. 60 ging im Jahr 1866 an Friedrich Niediek, das Brakenhaus (Nr.61)  verkaufte er wahrscheinlich erst einige Jahre später an seine Stieftochter

Johanne Hornberg

, das einzige Kind seiner Frau aus erster Ehe, bzw. deren (seit 1870) Ehemann

Friedrich Wilhelm Heitmann

**, der, obgleich Nr.61 schon seit 1823 keine Erbpachtstätte mehr war, dennoch in offiziellen Schreiben lebenslang und auch noch in seiner Todesanzeige 1917 als "Kolon" (Erbpächter) angeredet bzw. bezeichnet wurde. Ottensmanns einziger leiblicher Sohn Johann Heinrich (geb. 1852), der zur Zeit der beiden Immobilienverkäufe noch minderjährig war, zog später nach Dortmund. Seine Töchter wurden nach dem Tod ihrer Eltern von Johanne und Wilhelm Heitmann als Pflegekinder aufgenommen; Gisela Kerker, die Koautorin des Berichts über das Brakenhaus, war seine Nachkommin.

Beide männlichen Linien, also die männliche Vorfahrenlinie von Wilhelm Heitmanns Mutter ebensó wie die der angeheirateten Tante seiner Frau und zwischenzeitlichen Besitzerin des Anwesens, durchliefen, typisch für Westfalen, jeweils einen oder mehr
Namenswechsel
und gehen auf
dieselbe
Steinhäger
Sippe zurück,
die Familie
Pollvogt.
BrakenhausHeuteK

Das Brakenhaus heute

nach der Sanierung durch Ulrich Poggenklaß

Die hier zum Brakenhaus zusammengestellten Informationen überschneiden sich teilweise mit denen auf der ersten Seite von

Johanne Hornberg

. Aber während dort die Personen und die familiären Zusammenhänge im Vordergrund der Betrachtung stehen, sind es hier das Anwesen und die Gebäude. Die hier ebenso wie dort dargestellten Erkenntnisse verdanken wir zu großen Teilen einer bewundernswert kenntnisreichen Forschungsarbeit über die Geschichte dieses Anwesens, die von der

Ottensmann

-Nachkommin Gisela Kerker (verstorben 2015) und von

Renate Plöger

2015  verfasst wurde*. Der Bericht trägt viele unbekannte, oft sogar regelrecht überraschende Informationen zusammen und setzt sie zueinander in Beziehung.

* Das Brakenhaus und seine Besitzer. Aus der Geschichte einer Erbpachtstätte, von Gisela Kerker und Renate Plöger, Gütersloh 2015 (noch unveröffentlicht; möglicherweise 2016 im "Isselhorster" erscheinend)

Wilhelm Heitmann

betrieb fortan sehr erfolgreich seine Schmiede auf dem Gelände des Hauses Nr.61 und erreichte nach und nach völlige Schuldenfreiheit des Anwesens.

Grundbuch1886Km

Grundbuchauszug von 1886: