Familiengeschichte Müller - Humphreys

 

Wilhelm Heitmann

geboren am 16. Januar 1845  in Hollen
gestorben am 19. Juli 1917  in Isselhorst
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Der letzte Brief von Wilhelm Heitmann an seinen Sohn Heinrich und dessen Familie

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Brief1917AbsenderMksk

Isselhorst, 1. April 1917


Ihr Lieben Alle,
Euern Brief haben wir erhalten


und Euer und Euer Wohlergehen


und Anliegen  daraus gesehn. Was


uns anbetrifft sind wir so weit gesund


wie wir es im Winter gewohnt sind.


In Acht nehmen wir uns immer und


man muß zufrieden sein wenn wir


unsere Arbeit so klein verstehen


können. Geackert haben wir noch


nichts und bei dieser anhaltenden Kälte


war noch nicht viel zu machen. Es ist


hier immer noch so kalt, daß man das Feuer


im Ofen nicht ausgehen lassen kann, es


ist doch ein langer harter Winter gewesen

wie wir ihn lange nicht mehr gehabt


haben, hier sind vielen Leuten die Kartoffeln
im Keller verfroren, auch uns sind


welche verfroren, der Winter 17 hat


uns noch was gelehrt, daß wir von


vonherein vorsichtig sind. nur das


geht alle weiter, auch bei Landwehr


mit der Kindtaufe, das ist alle vollzogen


und ausgeführt, er heißt August Wilhelm


und entwickelt sich jetzt gut, diese Woche


hat August seine Kompagenie 38 Mark für den kleinen Kriegsjungen geschickt


und sein Vater hat 30 Mark für ihn geschickt


und beim Eintragen in das Standes=


amt Register ist ihm 1 Mark gutgespendet


das muß alle in die Kreissparkasse gezahlt

werden also ein vermögender Kerl


schon, die Kindtaufe haben wir heute
vor 4 Wochen gefeiert es war sehr


schön es fehlte nichts nur der Vater.


Nun haben wir Euch gestern abend ein


kleines Paket geschickt welches Ihr wohl


diese Tage erhalten werdet wir denken


daß Ihr es wohl zu Ostern habt


es ist nicht viel aber laßt es Euch


gut schmecken das Geld haben wir


erhalten und warum das hatte das


nicht Zeit bis einer von Euch kam.


Mit Lebensmittel ist es hier auch immer


knapper geworden. Bereits jede Woche


wird revidiert ob noch 1 (Pfund) übrig ist.


Wir kriegen pro Mann im Monat


13 Pf. Roggen, früher 20, nachher 18 Pf.


Vom 15.April an noch 13 Pf.

der es nicht thut, dann müßte ein ander


es thun. Herzliche Grüße von uns Eltern


W.H. Schreib b.wieder

Heute war hier Konfirmation, auch ist


Fritz Poggenklas konfirmiert worden,

Wilh. Riewe ist wieder hier, er ist von der


Firma Schürmann reklamiert worden,
wegen Kriegslieferung

Und nun noch einmal die herzlichsten


Grüße von Allen. Schreibt bald wieder.

Fritz Holte* schreibt, er wäre vor 14 Tagen


auch noch felddienstfähig geschrieben.

Morgen kommt Liena Ottensmann auch noch her, dann habe ich soviel Weiber


am Halse, daß ich nichts mehr thun brauche, als mit ihnen auf zu mucken und befehlen.

Postscripta

(an den oberen und unteren Briefrändern)

Und pro Tag 1 Pf. Kartoffeln, da können


die Bauern nicht bei arbeiten, zumal
bei dieser Leute rahren Zeit, denn


alles ist ja eingezogen; Eier, Butter


und Milch müssen wir an Sammel=


stellen abgeben, so geht es auch hier


knapp her, von Brakwede und Bielefeld


gewöhnen sich die Leute an und kommen


sie auf das Land und fechten, sie stellen


sich aber an, als wenn sie die Waare kaufen


wollen, es wurden hier für Wurzeln


13 bis 15 Mark pro Ztr bezahlt, die sind


nicht beschlagnahmt, bei der letzten


Kornrevision war Heinr. Boeker Ummeln


hier mit, ich habe ihn aber nicht gekannt


sonst hätte ich ihn doch belacht, aber wenn

Wilh. Heitmann, Isselhorst Nr. 61.

    An
Zollbeamten Herrn H. Heitmann
                       Malmedy

 
 
               

           Rheinland

* Fritz Heitmann, Schloß Holte,
der älteste Sohn von W.H.
Portrait2KS

Wilhelm Heitmann

geschrieben am 1. April 1917, viereinhalb Monate vor seinem Tod.

Eifel

in

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H
eute nacht 3 Uhr erlöste der Herr von seinem schweren
Leiden meinen lieben Mann, unsern guten Vater, Schwiegervater,
Großvater und Onkel, den

 

Kolon und Nagelschmied


 

Wilhelm Heitmann


 
  
im Alter von 72 Jahren
In tiefer Trauer

Johanne Heitmann


geb.Hornberg

und Kinder.

Die öffentliche Beerdigung findet am Sonntag, den 22.Juli, nach-
mittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Isselhorst 61, aus statt.
Isselhorst, den 19. Juli 1917.

Todesanzeige für Wilhelm Heitmann,
der am 19. Juli 1917 seinem Leberkrebsleiden erlag.